Sonnenschutz

  • Welche Schäden werden durch UV-Strahlen hervorgerufen?

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen UVB-Strahlen (B wie Bräune oder Sonnenbrand) und UVA-Strahlen (A wie Alterung oder Allergie). Heute weiß man, dass die lichtbedingte Hautalterung, mit einem typischen Faltenbild, Schlaffheit und Pigmentstörungen durch jahrelanges Einwirken von UVA-Strahlen entsteht. Aber auch Störungen des Abwehrsystems der Haut, wie etwa Sonnenallergien sind auf UVA-Strahlen zurückzuführen. Nicht zuletzt ist übermäßige Sonnenexposition der Risikofaktor für Hautkrebs.

  • Woran erkenne ich den richtigen Lichtschutzfaktor (LSF) für mich?

Der richtige Lichtschutzfaktor sollte nach der individuellen Eigenschutzzeit und dem Reiseziel gewählt werden. Im Mittelmeerraum vermindert sich diese Eigenschutzzeit um ungefähr 30 %, in tropischen Ländern um 50 %. Erhöhte Empfindlichkeit kann während der Schwangerschaft und unter Einnahme gewisser Medikamente bestehen. Dazu beraten wir Sie gerne.

  • Wieso sollte man einen möglichst hohen Lichtschutzfilter verwenden?

Viele Kunden erschrecken bei der Empfehlung eines Produktes mit LSF 50+. Dieser Lichtschutz ist allerdings nur gegeben, wenn Sie 2mg pro cm² Haut auftragen. Das entspricht in etwa der Menge eines Stecknadelkopfes an Sonnenschutz auf den Fingernagel. Somit würden Sie zirka 30-40 ml für den ganzen Körper benötigen. Tatsächlich tragen Verbraucher meist nur die halbe Menge auf. Sie hätten somit einen Lichtschutzfaktor 25 statt 50. Daher ist die Anwendung eines höheren LSF als für den Hauttyp berechnet empfehlenswert.

Darüber hinaus bezieht sich der LSF nur auf die Vermeidung eines Sonnenbrandes. Andere Schäden wie Hautalterung, Schwächung des Immunsystems der Haut, die Auslösung einer Sonnenallergie und die Entstehung von Hautkrebs werden nur unzureichend abgedeckt. Außerdem wird empfohlen, die errechnete Verweildauer in der Sonne nicht maximal auszuschöpfen.

Wahl des Sonnenschutzes

  • Welche Anforderungen sollte man an ein Sonnenschutzmittel stellen?

Sonnenschutzprodukte sollten einen hohen Lichtschutzfaktor haben und sowohl im UVA- als auch UVB-Bereich sicheren Schutz bieten. Die Filter sollten photostabil sein. Photostabil bedeutet, dass der Filter während der gesamten Besonnungszeit seine Wirksamkeit behält und nicht durch die UV-Strahlen zerstört wird. Die Textur, also die Konsistenz, und die kosmetischen Eigenschaften sollten auf den Hauttyp und den Anwendungsbereich abgestimmt sein (Creme, Milch, Spray, Gel …)

  • Worin unterscheiden sich die Sonnenschutzprodukte am Markt?

Sowohl Sonnenschutzmittel von Billigherstellern als auch die aus der Apotheke besitzen einen hohen UVB-Filter., aber bei der Qualität der UVA-Filter finden Sie große Unterschiede. Beachten Sie bewusst die Deklaration der UVA Filter von Billigherstellern („ausgewogener UVA-Filter“). Damit der Kunde nicht durch Kleingedrucktes oder Werbetricks verwirrt werden kann, hat die Europäische Kommission ein UVA Logo kreiert. Sonnenschutzmittel aus der Apotheke tragen dieses Logo, es soll Ihnen die Gewissheit geben, dass Sie ein hochwertiges Produkt mit einem ebenso hohen UVA Filter haben.

  • Wieso gibt es jetzt auf einem Sonnenschutzprodukt die Angaben niedrig (LSF 20), mittel (LSF 20-40) hoch (LSF 40-50) und sehr hoch (LSF 50+)?

Diese Angaben ergaben sich aus dem Streben der Europäischen Kommission, ein einfaches und einheitliches System zu finden. Der Konsument kann den Schutzfaktor nun leicht einordnen und die Produkte besser vergleichen.

  • Was ist der Unterschied zwischen einem physikalischen und einem chemischen Filter?

Ein physikalischer Filter, meist Titandioxid und Zinkoxid, besteht aus Mikropigmenten, die auf der Haut verteilt werden und das UV-Licht reflektieren. In zahlreichen Produkten werden sie zusammen mit chemischen Filtern verarbeitet, um so einen sicheren Breitbrandschutz zu garantieren. Ein chemischer Filter wandelt die schädliche UV-Strahlung in harmlose Infrarotenergie um.

  • Was bedeutet Wasserfest / extrem Wasserfest / Wasserbeständig?

Für den Ausdruck „wasserfest“ muss nach zwei standarisierten Bädern der LSF mindestens 50 % des Ausgangswertes beantragen. Für den Ausdruck „sehr“ oder „besonders wasserfest“ ist das bei vier Bädern notwendig. Dies ist aber eine Bestimmung aus den USA. In Europa gibt es keine einheitliche Angabe. „Wasserfest“ und „wasserbeständig“ bedeuten das gleiche, etabliert ist aber eher „wasserfest“. Auch wenn ein Produkt „wasserfest“ ist, sollte nach dem Baden immer wieder nachgecremt werden.

Sonnenverhalten

  • Kann ich mich gut eingecremt bedenkenlos in der Sonne aufhalten?

Die Vergangenheit zeigt, dass die Vermeidung eines Sonnenbrandes durch ein Sonnenschutzprodukt oft zu längerem und bedenkenlosem Aufenthalt in der Sonne verleitet. Selbst gut eingecremt sollten ein paar Grundregeln eingehalten werden. Zu beachten ist, dass die UV-Strahlung in der Zeit zwischen 11.00 und 16.00 Uhr am stärksten ist. Während dieser Zeit sollte man die Sonne meiden und sich am besten im Schatten aufhalten. Schützende Textilien sind ebenfalls wichtig.

  • Warum soll man sich eine halbe Stunde vor dem Sonnen eincremen?

Tragen Sie den Sonnenschutz eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auf. Nicht zuletzt entsteht ein Sonnenbrand oft schon auf dem Weg zum Strand.

  • Kann man die Schutzzeit mit Nachcremen noch verlängern?

Nachcremen ist wichtig und notwendig, um den sicheren Schutz zu garantieren. Es verlängert aber nicht die erlaubte Zeit in der Sonne, die am Anfang errechnet wurde.

  • Wird man bei einem höheren Lichtschutzfilter überhaupt braun?

Ja. Auch bei höherem Lichtschutz, Aufenthalt im Schatten oder bei geschlossener Wolkendecke ist eine gewisse Bräunung möglich. Diese entsteht etwas langsamer, hält dafür aber länger.

  • Besteht die Gefahr eines Sonnenschadens auch wenn es bewölkt ist?

Ja und diese darf nicht unterschätzt werden. Es ist wichtig sich hier ebenfalls mit dem richtigen Lichtschutzfaktor zu schützen. Vor allem schädliche UVA-Strahlen dringen durch eine Wolkendecke durch.

Sonnenallergien

  • Was sind die Auslöser für eine Sonnenallergie?

Heute gilt es als gesichert, dass es ohne UVA-Strahlen keine Sonnenallergie (Polymorphe Lichtdermatosen) gibt. Eine Sonnenallergie entsteht typischerweise an sonnenentwöhnten Hautstellen, die dann plötzlich der Sonne ausgesetzt werden – wie Dekolleté oder Arme.

  • Können Emulgatoren und fettige Texturen von Produkten eine Sonnenallergie hervorrufen?

Nein, es konnte kein direkter Zusammenhang gefunden werden. Als einziger sicherer Auslöser gelten die UVA-Strahlen.

  • Können chemischen Filter allergische Reaktionen hervorrufen?

Wie bei allen Produkten, Medikamenten und Stoffen, die mit der Haut in direktem Kontakt sind, besteht ein gewisses Risiko einer Unverträglichkeitsreaktion. Dieses kann jedoch möglichst gering gehalten werden: bei empfindlicher oder atopische Haut sollte ein möglichst hochwertiges Produkt ohne Duft- und Konservierungsstoffe gewählt werden, das entsprechende Verträglichkeitstests aufweisen kann.

  • Worauf müssen Neurodermitiker, Psoriasis-Patienten und Allergiker achten?

Sonnenschutz ist gerade für die Betroffenen von großer Bedeutung. Dabei sollten sie besonders darauf achten, hochwertige Produkte mit der auf die Haut abgestimmten Textur zu verwenden, zum Beispiel eine reichhaltige Textur bei trockener Haut.

Kinder und Sonne

  • Wieso brauchen Kinder einen besonderen Sonnenschutz?

Sonnenschutz bei Kindern ist besonders wichtig. Der Mensch erleidet 50 bis 80 % der UV-Strahlung und daher die meisten Schäden durch Sonne in seinen ersten 18 Lebensjahren. Und die Haut vergisst keinen einzigen Sonnenbrand. Kinderhaut ist aus mehreren Gründen äußerst sonnenempfindlich: Die Haut ist wesentlich dünner als die der Erwachsenen. Die Fähigkeit, eine schützende Lichtschwiele vor Sonnenstrahlen zu bilden, muss sich im Laufe der Jahre erst entwickeln. Es fehlt die Eigenschaft, schnell und ausreichend Pigmente (Melanin) zu produzieren, die als natürlicher Eigenschutz gelten.

Hinzu kommt, dass zarte Kinderhaut UV-Schäden ungenügend „reparieren“ kann. Im ersten Lebensjahr sollten Kinder der Sonne überhaupt nicht ausgesetzt werden, sondern mit Kleidung und Sonnenschirm vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt werden. Es gibt Produkte, die speziell auf die Anforderungen von Kindern abgestimmt sind. Diese betreffen vor allem die Textur, die Wasserfestigkeit, die pflegenden Eigenschaften und die Verteilbarkeit. Das Produkt sollte auch gut verträglich sein. Unerlässlich ist ein photostabiler Sonnenschutz mit einem möglichst hohen Lichtschutzfaktor.

  • Können chemischen Filter für Kleinkinder verwendet werden?

Es gibt keine Hinweise, dass die Resorption, also die Aufnahme von chemischen Lichtschutzfiltern, in tiefere Hautschichten schädigende Wirkungen bei Kindern hat.

Rund um das Sonnen

  • Darf ich während der Schwangerschaft in die Sonne und kann ich jedes Sonnenschutzmittel während der Schwangerschaft verwenden?

Im Laufe einer Schwangerschaft kann die Änderung des Hormonhaushaltes die Empfindlichkeit der Haut erhöhen. In der Sonne kommt es unter Umständen zu braunen Flecken im Gesicht – der so genannten „Schwangerschaftsmaske“. Insofern wird unbedingt dazu geraten während der Schwangerschaft nur mit entsprechendem Sonnenschutz in die Sonne zu gehen. Verwenden Sie hier keine Lichtschutzfaktoren unter 50+.

  • Wozu sollte man einen After-Sun auftragen?

Durch ein Sonnenbad wird die Haut stark beansprucht. After Sun Produkte wirken kühlend, beruhigend und pflegend. Sie versorgen die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit und verlängern somit Ihre Bräune. Gegenüber einer herkömmliche Body Lotion besitzen After Sun Produkte zusätzlich Wirkstoffe, welche den Repair-Mechanismus der Haut unterstützen. Ein After Sun ist unbedingt notwendig eine gesunde und schöne Bräune zu erhalten.

Für weitere Fragen beraten wir Sie natürlcih jederzeit und gerne in unserer Apotheke